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(Autor unbekannt)

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Bali – Magie im Paradies

Wer seine Urlaubstage auf Bali mit den Einheimischen verbringt, und aufrichtiges Interesse an ihrer Kultur zeigt, wird recht schnell mit Dingen in Berührung kommen, die dem rational geprägten Weißen zumindest ungewöhnlich, wenn nicht gar unglaublich dünken. Auf Bali wird, wie im gesamten indonesischen Archipel übrigens auch, bis zum heutigen Tag Magie praktiziert. Mächtige Brahmanen-Dynastien* sind die Hüter der magischen Traditionen, die sich in Schwarz- und Weißmagier unterscheiden. Während als Zentrum der schwarzen Magie der Ort Sanur an der südöstlichen Küste Balis gilt, ist das Zuhause der Weißen Bruderschaft die Stadt Gyanyar im bergigen Nordosten der Insel.

Diese Verteilung der Einflußsphären mag dem balinesischen Volksglauben geschuldet sein. Demzufolge hausen Dämonen und böse Geister im Meer und an der flachen Küste, während das Bergland, und insbesondere die hohen Vulkankegel der Insel, den Göttern und guten Geistern vorbehalten ist. Zwischen beiden Parteien tobt von Ewigkeit zu Ewigkeit ein unerbittlicher spiritueller Kampf, den allerdings keine der beiden Seiten jemals gewinnen kann. Um die Welt im Gleichgewicht zu halten, bedarf es der hellen ebenso wie der dunklen Kräfte. Die Balinesen wissen dies, und ehren beide Seiten mit täglichen Opfern.

Nach dem Glauben der Balinesen muß jemand, der die Weiße Magie beherrschen lernen will, um als Heiler oder Pedanda** Menschen zu helfen, zunächst einmal die Schwarze Magie erlernen. Diese verleiht dem Novizen bereits innerhalb kurzer Zeit außergewöhnliche spirituelle und magische Kräfte. Daher ist es kein Wunder, dass viele Studenten der magischen Künste es beim Studium der schwarzen Magie belassen. Ihre Anwendung verleiht Macht über die Mitmenschen und soziales Prestige im Alltag. Diese Schwarzmagier, egal ob Frauen oder Männer, werden in Bali Leak genannt. Sie haben einen denkbar schlechten Ruf. Die Balinesen glauben, dass Leaks ihren Mitmenschen durch Schadenzauber Krankheiten anhexen oder sie sogar töten können. Auch über die Saaten und Nutztiere sollen sie unheimliche und schädliche Macht haben. So ist es ihnen etwa möglich, Reis auf dem Halm verfaulen oder Rinder und Wasserbüffel dahinsiechen zu lassen. Kein Wunder, dass jede Dorfgemeinschaft einem Leak in ihrer Mitte nicht nur mißtraut, sondern ihn vor allem auch gehörig fürchtet. Deshalb behandelt sie ihn mit ausgesuchter Höflichkeit, manchmal sogar regelrechter Ehrerbietung. Nur durch regelmäßige Opfer ist er zu besänftigen, und von seinem dunklen Tun abzuhalten. Ebenfalls kein Wunder also, dass es als Leaks verschrienen Zeitgenossen auf Bali zumindest materiell meist recht gut geht.

Wer ein Leak werden will, muß sich zunächst vollkommen der Hindu-Göttin Durga*** weihen. Durch Opfergaben und das Rezitieren geheimer Mantren**** wird der Wunsch bekundet, durch die Göttin magische Kräfte verliehen zu bekommen. Wer Mantren und Opferrituale vollkommen beherrscht, vollzieht um Mitternacht auf einem verlassenen Friedhof Durgas mystischen Tanz nach. Dann erlangt die betreffende Person die Fähigkeit, sich in einen Leak zu transformieren. Dies berichtet jedenfalls die Überlieferung.

Ein Leak kann seine Gestalt beliebig wandeln. So ist es ihm unter anderem möglich, die Gestalt eines Tieres, aber auch eines Motorrades oder Autos anzunehmen. Er kann aber ebenso als flammender Plasmoid erscheinen. In dieser Form wird er Endih genannt. Ich erinnere mich noch gut an eine merkwürdige Begegnung auf meiner ersten Reise nach Bali im Frühling des Jahres 2007. Damals entdeckte ich auf dem Heimweg vom Abendessen in einem Warung***** bei dem Dorf Penestanan eine seltsame, etwa fußballgroße Lichtkugel über den nachtdunklen Reisfeldern. Während ich noch meinte, das Lichtphänomen rühre von einem Scheinwerfer oder einer ähnlichen Lichtquelle her, wurden meine balinesischen Begleiter plötzlich unruhig. Sie rieten mir dringend, den Weg zu meiner Unterkunft möglichst rasch fortzusetzen. Inzwischen wurde mir klar, dass die Ursache des merkwürdigen Leuchtens kein Schweinwerfer oder eine andere bekannte Ursache war. Gab es hier auf Bali UFOs? Ich machte mit meiner Kamera einige Aufnahmen der rasch näher kommenden Lichtkugel. Dies gefiel meinen balinesischen Freunden nun überhaupt nicht. Unmissverständlich machten sie mir klar, dass ich mich in großer Gefahr befand, und nur in meinem Quartier sicher sei. Inzwischen war das merkwürdige Leuchten keine zehn Meter mehr entfernt. Die Lichtkugel pulsierte in einem regelmäßigen Rhythmus, ganz so, als würde sie atmen. Und dies tat sie auch! Von ihr ging ein Schnaufen und Röcheln aus, dass sich mir sämtlich Nackenhaare aufstellten. Nur zu gern folgte ich nun dem Rat der Einheimischen, und zog mich schleunigst in meine Unterkunft zurück. Erst später sollte ich von meinen balinesischen Freunden erfahren, dass ich wirklich und wahrhaftig einem leibhaftigen Leak begegnet war.

Geübte Leaks können nämlich prinzipiell jede denkbare Gestalt annehmen. In der Form eines wilden Tieres wird der Leak Pamoroan genannt. So erscheint er lediglich bei Nacht, wenn er auf Jagd geht, um seinen Opfern vampirhaft Blut und Lebenskraft auszusaugen, oder einfach nur einsame nächtliche Wanderer zu Tode zu erschrecken.

In der Form des Tluh können Leaks auch tagsüber in menschlicher Form auftreten. Ihr Gesicht ist dann unnatürlich aufgedunsen, die Augen haben einen abwesenden, starrenden Ausdruck. Es ist ratsam, um diese Form des Leaks einen möglichst großen Bogen zu machen, denn meist führen sie verborgen ein scharfes Messer mit, um ihre Feinde oder auch unschuldige Opfer durch einen blitzschnellen Stich in den Leib zu töten, um sich an deren Lebensenergie zu laben.

Erfahrene Leaks erscheinen in der Form des Tranjana, egal ob tags oder nachts. Diese Form ähnelt einem gestaltlosen, kaum sichtbaren, Grauen verbreitenden Schatten.

Zwischen den Leaks und den Magiern der Weißen Bruderschaft soll es auch immer wieder zu spirituell motivierten Kämpfen kommen. Der in einer solchen Auseinandersetzung Unterlegene erkrankt nach dem Duell und ist einem langsamen Tod geweiht.

Doch Leaks sind nicht so schlecht, wie oft behauptet. Leak zu sein, bedeutet, über ein bestimmtes spirituelles Wissen und damit verbundene Fähigkeiten zu verfügen. Diese Fähigkeiten lassen sich ähnlich einem Messer verwenden. Wir können damit Brot schneiden, oder unseren Nachbarn niederstechen. Dies hängt immer vom individuellen Charakter des Betreffenden ab. Ein Leak kann mit seinen Fähigkeiten Kranke heilen oder Gesunde töten.

Dies hat nichts mit den volkstümlichen Legenden zu tun, die wissen wollen, daß Leaks auf ihren nächtlichen Ausflügen Schwangeren oder Neugeborenen das Blut aussaugen, um auf diese Weise ihre magischen Fähigkeiten zu stärken.

Es heißt, dass erfahrene weibliche Leaks sogar die Fähigkeit hätten, sich in Rangda, die Hexenfürstin, zu verwandeln. In diesem Zustand können sie ebenfalls die Form eines Affen mit goldenem Gebiß, einer gigantischen Ratte oder eines Riesen annehmen. Rangda hat eine außergewöhnlich lange Zunge und wolfsähnliche Reißzähne. Ihr ewiger Widersacher ist der Barong, ein mythischer Drache. Er symbolisiert die Kräfte der Ordnung und des Guten. Barong und Rangda stehen sich als Repräsentanten von Gut und Böse in der balinesischen Mythologie gegenüber.

Der Begriff Leak bezeichnet jedoch nicht nur den momentanen Zustand eines Magiers. Ilmu Leak wird eine uralte spirituelle Wissenschaft genannt, die von den Vorfahren der heutigen Balinesen überliefert wurde. Es bedarf eines starken Willens und großer Ausdauer, um sich dieses Wissen anzueignen. Niedergelegt ist der Ilmu Leak in antiken Manuskripten, die auf den getrockneten und entsprechend präparierten Blättern der Rontal Palme (Borassus labelliformis) eingeritzt sind. Ilmu Leak wird beschrieben als eine geheime Wissenschaft, um sich schwarzmagischer Attacken und negativer Energien sowie böser Geister zu erwehren. In früheren Zeiten war es nur den Brahmanen und den Angehörigen der balinesischen Aristokratie gestattet, diese Manuskripte zu studieren. Ilmu Leak kann daher als die besondere Kunst eines magischen Schutzes beschrieben werden.

Im konträren Gegensatz dazu steht die Kunst des Nerangjana Teluh. Mit diesem Schadenzauber soll es möglich sein, an Feinden Rache zu nehmen, sowie mehr Macht und Einfluß auf Kosten anderer zu erlangen.

Im Gegensatz dazu steht das bereits erwähnte Ilmu Leak, welches letztlich auch die Suche nach Erleuchtung durch das Studium überlieferter magischer oder heiliger Texte einschließt. In der balinesischen Schriftsprache gibt es keine Entsprechung für Leak. Wohl aber finden sich hier die Begriffe “liya, ak”, welche die “fünf Charaktere” bedeuten, und dafür stehen, auf spirituelle Weise dem menschlichen Körper Energie zuzuführen oder zu entziehen.

Diese fünf Charaktere sind Si, Wa, Ya, Na, Ma.

  • Si reflektiert Gott
  • Wa ist die Segnung
  • Ya steht für den Geist
  • Na bedeutet jene Kraft, welche die Intelligenz beschützt
  • Ma steht für das Ego, welches die menschliche Seele gefangen hält.

Die Macht der in den alten Manuskripten beschriebenen Charaktere soll letztlich die Studenten dieser geheimen Wissenschaften zu außerkörperlichen Erfahrungen und Astralreisen befähigen. Dieser Zustand wird “Ilmu Rogo Sukmo” genannt, und ist für viele Balinesen der Grund, sich mit Ilmu Leak zu beschäftigen. Die Endih genannten Lichterscheinungen sind demnach Manifestationen von Astralreisenden.

Doch nicht nur Leaks bevölkern die spirituellen Sphären Balis. Da gibt es auch noch „Ahnen“, genannte Geister, welche bestimmte Plätze beschützen. Am ehesten kann man sie mit dem „Genius Loci“ der abendländischen Mythologie vergleichen. Wie real solche Ahnengeister sind, mag ein Beispiel aus Sanur belegen. Dort wurde 1963 das Hotel „Grand Bali Beach Resort“ als eines der ersten Luxusresorts der Insel errichtet. Es ist der – glücklicherweise - einzige Hochhausbau auf Bali, ein unförmiger Klotz, errichtet aus japanischen Reparationsmitteln des 2. Weltkrieges, und wird daher von den Balinesen respektlos, aber treffend „Japans letzte Rache“ genannt. Im Jahr 1993 brannte das Hotel unter ungeklärten Umständen fast völlig aus. Weder Gäste noch Angehörige des Personals kamen dabei zu Schaden. Bei den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten stellte sich heraus, dass die gesamte Inneneinrichtung des Hotels vom Feuer verzehrt wurde – mit Ausnahme des Zimmers 327. Hier war zwar die Eingangstür ein wenig angekohlt, das Zimmer aber samt Einrichtung blieb vom Feuer komplett verschont. Nach dem Wiederaufbau des Hotels wurde das Zimmer in einen Schrein umgewidmet, der dem „Ahnen des Ortes“ geweiht ist. Der Ahne wird bis heute bedient wie ein exklusiver Hotelgast. Er erhält Frühstück, Lunch und Dinner direkt aufs Zimmer gebracht, nicht zu vergessen, auch den Fünf-Uhr-Tee samt Gebäck. Das Zimmer 327 kann jeden Donnerstag oder nach Voranmeldung besichtigt werden.

Leaks, Geister und Dämonen sind also bis heute allgegenwärtig auf dieser Insel der Götter, dem paradiesischen Eiland im indonesischen Archipel.

Penestan / Bali / Indonesien & Dresden, Mai 2013

Thomas Ritter

Begriffserklärungen

*Brahmane:

sanskr.: brahmana; Angehöriger der obersten Kaste der Hindus.

** Pedanda:

So werden auf Bali die Angehörigen der Priesterkaste genannt, denen allein das Lesen der alten, heiligen Texte vorbehalten ist. Lesungen poetischer Texte, die auf den alten indischen Epen Mahabharatha und Ramayana basieren, sind unverzichtbarer Bestandteil von Tempelfesten und Totenritualen. Dabei wird bis heute zu diesen Anlässen ausschließlich von Palmblattmanuskripten gelesen. Eine Lesung der heiligen Texte von Manuskripten aus Papier gilt als schweres Sakrileg.

***Durga:

Göttin der Energie, Kraft und Gewalt

****Mantra:

Gesänge. Worte voll geistiger Kraft bzw. heilige Formeln.

*****Warung

Traditionelles balinesisches Restaurant, eine Mischung aus Kneipe und Tante Emma Laden.

Verwendete Literatur

Hookaas, C., Drawings of Balinese Sorcery, E.J. Brill, 1980

Hobart, Angela, Healing Performances of Bali – between Darkness and Light, Berghahn Books, New York Oxford, 2005

Lansing, J. Stephen, The three worlds of Bali, Praeger, New York, Westport, London, 1983

Pink, Peter Wilhelm, Wariga – Beiträge zur balinesischen Divinationsliteratur, Dietrich Reimer Verlag, Berlin Hamburg, 1993

Rump, Peter, Urban, Gunda: Bali und Lombok, Reiseführer, Bielefeld, 2001

Weck, Wolfgang, Prof. Dr. med., Heilkunde und Volkstum auf Bali, P.T. BAP, Bali, 1986


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