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(Autor unbekannt)

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DAS VERMÄCHTNIS DER SIEBEN WEISEN
Die Bibliotheken des Schicksals

Die Zeit ist nur ein Traum. Es heißt nicht umsonst, daß 4 Milliarden Erdenjahre nur ein Tag im Leben der Götter sind.Wer wünscht sich nicht ab und an einmal, in die Zukunft sehen zu können; nur einen kleinen Blick von dem zu erhaschen, was vor ihm liegt? Millionen Menschen lesen tagtäglich die Horoskope diverser Tageszeitungen, Astrologen und Kartenleger bieten ihre Dienste an, und sie werden nicht zu knapp in Anspruch genommen.

Jedoch bildet das Horoskop nicht die einzige Variante der Zukunftsschau. Es gibt noch andere Möglichkeiten, deren wohl vollkommenste und auch spektakulärste ausschließlich in Indien praktiziert wird - in den geheimnisumwobenen Palmblattbibliotheken, die über den gesamten Subkontinent verstreut sind. Zwölf Palmblattbibliotheken sollen es sein, vier davon sind mehr oder weniger auch hier im Westen bekannt. Die Urschriften der dort aufbewahrten Palmblätter wurden von einer Gruppe mythologischer Wesen - den Rishis - verfaßt, die etwa 5000 v. Chr. gelebt haben sollen. Von den Taten der Rishis berichten die alten indischen Epen – unter anderem das Mahabharata und das Srimad Baghavatam. Den Sieben Heiligen Rishis wurde eine ganz außerordentlich große spirituelle Macht nachgesagt. So war es ihnen auch möglich, in der Akasha-Chronik zu lesen, die im Abendland unter dem Begriff „Weltgedächtnis“ bekannt ist. Der Überlieferung zufolge nutzten die Rishis diese spirituellen Fähigkeiten dazu, aus der Akasha-Chronik die Lebensläufe von mehreren Millionen Menschen zu lesen und schriftlich auf den getrockneten Blättern der Stechpalme zu fixieren. Das gesamte Leben dieser Menschen, von der Geburt bis zum genauen Zeitpunkt ihres Todes, wurde auf den Palmblättern in Alt-Tamil - einer Sprache, die heutzutage nur noch von wenigen Eingeweihten beherrscht wird - in eng geschriebenen Zeichen eingeritzt. Ein solches Palmblatt überdauert im Normalfall etwa 800 Jahre. Wenn es alt und brüchig geworden ist, wird eine Abschrift des Textes auf einem neuen Palmblatt angefertigt. Von der einstigen Urschrift existieren zwölf Kopien, die in ebenso vielen Bibliotheken in ganz Indien bewahrt werden. Etwa 10 Prozent der Palmblätter sollen Informationen über das Schicksal von Nicht-Indern enthalten. Jeder, der erfahren möchte, was das Schicksal für ihn bereithält, muß sich aber selbst nach Indien in eine der Palmblattbibliotheken begeben.

Ich erfuhr von diesen rätselhaften Bibliotheken durch die Publikationen des Schriftstellers Holger Kersten. Da mich das Thema außerordentlich faszinierte, nahm ich Kontakt zu Herrn Kersten auf, der auch so freundlich war, mir die Adressen von vier Palmblattbibliotheken zur Verfügung zu stellen. Nun wollte ich es genau wissen und machte mich an die Vorbereitung einer Reise nach Indien - dem Land der Märchen und Wunder, der Geheimnisse und ungelösten Rätsel. Waren die Berichte über die Palmblattbibliotheken auch nur Märchen aus Tausendundeiner Nacht des Orients oder würde mich vor Ort tatsächlich ein kleines Wunder erwarten? Im August 1993 besuchte ich zum ersten Mal den indischen Subkontinent. Da sich alle mir bekannten Palmblattbibliotheken in Südindien befinden, hatte ich Madras, die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu, als Ausgangsort meiner Exkursionen gewählt. Ich hoffte, recht bald in die Palmblattbibliothek des Nadi-Readers Sri Rami Gurup vordringen zu können. So meldete ich mich am Abend des 13. August 1993 für den folgenden Tag telefonisch in der Palmblattbibliothek an. Ich nannte lediglich meinen Namen und bat um ein Nadi-Reading (so nennt man das Lesen des Palmblattes) für den 14. August 1993. Das Nadi Reading sollte am kommenden Morgen um 9.00 Uhr stattfinden.

In der Palmblattbibliothek stellte sich dann zunächst einmal heraus, daß Sri Rami Gurup nicht mehr unter dem Lebenden weilte. Doch sein Nachfolger R.V. Ramani beherrschte die Kunst des Nadi-Readings ebenso perfekt, wie mir dies von seinem Vorgänger berichtet worden war. Das Nadi-Reading, welches er für mich abhielt, dauerte etwa 50 Minuten. Die Basis des Nadi-Readings ist die Lehre vom Shuka-Nadi. Dabei steht "Shuka" für göttliche Weisheit und "Nadi" für einen bestimmten Augenblick der Zeit. Diese Lehre beruht auf der Wahrnehmung von Vergangenheit und Zukunft jenseits unseres herkömmlichen Raum-Zeit-Begriffes. Darauf aufbauend, soll das Shuka-Nadi eine lebensberatende Funktion ausfüllen. In der Palmblattbibliothek von Mr. Ramani, die in ihrem Ursprung auf den Rishi Kakabujanda zurückgehen soll, lief nun das Nadi-Reading nach einem vorgezeichneten Ritual ab. Als Ratsuchender gibt man zunächst seinen vollständigen Namen und sein Geburtsdatum an. Das Orakelhafte der Zeremonie beginnt, wenn der Besucher neun polierte Muscheln über einem Mandala werfen muß, daß in einen kleinen Teppich gestickt ist. Danach sucht der Nadi-Reader die im Zentrum des Mandalas liegenden Muscheln heraus. Ihre Zahl, verbunden mit den bereits genannten Daten, bildet die Information für das Auffinden des persönlichen Palmblattes unter Tausenden von Palmblattmanuskripten. Mr. Ramani gelang es in relativ kurzer Zeit ( ca. 5 - 7 Minuten), "mein" persönliches Palmblatt herauszusuchen. Sri Ramani, der zur Bhramanen-Kaste zählt und fließend Englisch sowie gebrochen Deutsch spricht, übersetzte die Texte des jeweiligen Palmblattes schriftlich ins Englische.

Ich hatte das Glück, außerdem ein Nadi-Reading für Einheimische erleben zu dürfen. Dabei übersetzte Mr. Ramani das Palmblatt nicht schriftlich, sondern las es den Anwesenden in einer Art Sprechgesang vor, wobei er den Inhalt der Texte aus dem Alt-Tamil in die heutige tamilische Umgangssprache übertrug. Ich stellte fest, daß sich Sri Ramani während dieser Zeremonie in eine Art Trance versetzte, so wie sie auch bei Medien vorkommt. Nun werden Sie sich bestimmt fragen, ob an dem Nadi-Reading tatsächlich auch "etwas dran ist" oder ob ich einem indischen Märchen aufgesessen bin. Meine Palmblätter jedenfalls enthielten Informationen und genaue Daten über die Vergangenheit, teilweise sogar aus früheren Inkarnationen (!), bis hin zur Zukunft sowie Aussagen über sehr persönliche, ja intime Angelegenheiten, welche, soweit sie die Vergangenheit betrafen, auch überprüfbar waren und der Wahrheit entsprachen. Nach der Zeremonie war ich von der Echtheit des Nadi-Readings zumindest in diesem Fall überzeugt. Ich hatte den Aufenthalt in der Palmblattbibliothek mit zahlreichen Fotos dokumentiert, hatte Tonbandmittschnitte angefertigt und war im Besitz der englischen Übersetzungen meines Palmblattes. Doch genügte das als Beweis? Ich glaubte dem Nadi-Reading des Mr. Ramani. Wer würde mir glauben? Es gab nur einen Beweis - das Palmblatt selbst. Und so wagte ich das Unmögliche; bat den Nadi-Reader um mein Palmblatt; bat darum, es mitnehmen zu dürfen nach Europa. Solch einer Bitte war meines Wissens noch niemals stattgegeben wurden. Doch das Unglaubliche geschah. Mr. Ramani öffnete erneut die zu Bündeln zusammengeschnürten Palmblattmanuskripte, entnahm ihnen jenes Palmblatt, welches mein Schicksal betraf und übergab mir dieses für mich unschätzbar wertvolle Palmblattmanuskript.

Die Fotokopien dieses Manuskriptes wurden inzwischen von führenden Spezialisten Europas für alttamilische Philologie analysiert und geprüft. Die Übersetzung gestaltete sich jedoch bei weitem langwieriger und komplizierter als ich angenommen hatte. Sie nahm mehr als zwei Jahre in Anspruch. Dennoch wurde mir im Ergebnis mitgeteilt, daß es sich bei dem Manuskript tatsächlich um meinen Lebenslauf und nicht etwa um einen beliebigen religiösen Text handelt. Ferner nahm das Kernforschungszentrum Rossendorf/Sachsen unabhängig von den Ergebnissen der Übersetzung eine Altersbestimmung des Palmblattes mittels der C-14-Methode vor. Diese Analyse ergab, daß das untersuchte Palmblatt älter als 350 Jahre ist. Mit aller gebotenen Vorsicht möchte ich dies als einen Beweis dafür werten, daß zumindest vor 350 Jahren jemand meinen Lebenslauf jedenfalls insoweit kannte, als er ihn von einem älteren Manuskript kopierte. Trotz meines Erfolges in Madras blieb ich skeptisch. Um den Wahrheitsgehalt des Nadi-Readings zu überprüfen, suchte ich eine weitere Palmblattbibliothek in Bangalore, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka, auf. Dabei stellte ich fest, daß der Inhaber der Palmblattbibliothek - Mr. Gunjur Sachidananda - nach einem strengen Terminplan arbeitet. So war es mir damals trotz mehrmaliger Anfragen nicht möglich, einen Termin für ein Nadi-Reading zu erhalten, da der Kalender von Mr. Sachidananda bereits vollständig ausgebucht war. In diesem Zusammenhang erscheint besonders erwähnenswert, daß die Palmblattbibliothek in Bangalore besonders stark von Reisenden aus Europa, Japan, Australien und Amerika besucht wird, weniger von Indern.

Dies ist jedoch kein Maßstab für die Qualität der abgehaltenen Readings, wie ich auf meiner 2. Indienreise im Juli 1995 erfahren durfte. Es gehört zur Anmeldung für ein Nadi-Reading in Bangalore, daß der Ratsuchende einen Fragebogen ausfüllt, in dem nach dem vollständigen Namen, seiner Adresse, der Telefon- und Fax-Nummer sowie Geburtstag, -stunde, -minute, -sekunde, dem Geburtsort, seinem Sternzeichen und Aszendenten sowie bestimmten Daten über Eltern, Geschwister, Ehepartner und Kinder gefragt wird. Eigentlich war ich nach meinen Erfahrungen in Madras der Meinung, daß derartige Angaben in den Palmblättern enthalten sind.

Bei diesem Fragebogen handelt es sich jedoch lediglich um ein Merkblatt, das Gunjur Sachidananda nach der ersten Palmblattlesung dem Palmblatt des jeweiligen Klienten zuordnet. Dadurch ist gewährleistet, daß der Nadi-Reader telefonische Anfragen seiner Kunden auch aus fernen Ländern innerhalb kurzer Zeit beantworten kann, da durch das Merkblatt das Auffinden des jeweiligen Palmblattmanuskriptes in Zukunft nur sehr wenig Zeit in Anspruch nimmt. Für das Auffinden des Palmblattes bei der ersten Lesung genügen in Bangalore die Angabe des Namens und des Geburtsdatums. Das Palmblatt wird in Bangalore nach seinem Auffinden dem Besucher ebenso vorgelesen, wie dies in Madras geschieht - jedoch mit dem Unterschied, daß Mr. Sachidananda den Text mündlich ins Englische übersetzt und es dem Klienten freigestellt ist, die für ihn wichtigen Punkte selbst zu notieren oder aber das Reading nur auf Kassette aufzuzeichnen. Die Lesung des Palmblattes untergliedert sich in mehrere Punkte: Nach einer Einleitung, in welcher die astrologischen Daten des Klienten unter Verwendung des hinduistischen Kalenders dargelegt werden, berichtet Mr. Sachidananda anhand des Palmblattes zunächst von der Vergangenheit seines Klienten in diesem Leben. Sind die mitgeteilten Fakten durch Rückfragen überprüft und stimmen sie mit der Realität überein, werden die charakterlichen Eigenschaften, Talente und Fähigkeiten des Klienten sowie die Aufgaben erläutert, die sich daraus ergeben und die für die Gestaltung der Zukunft des Ratsuchenden wichtig sind. Das künftige Leben des Klienten wird in Abschnitten von jeweils 2 bis 3 Jahren bis hin zum Todestag geschildert und erläutert. Im Zusammenhang damit werden auch mindestens vier frühere Leben des Klienten besprochen, aus welchen bestimmte Erfahrungen und Ereignisse in die jetzige Inkarnation hineinwirken. Dieser Abschnitt des Readings dient vor allem dazu, noch unbewußte, brachliegende Fähigkeiten, die bereits in früheren Leben erworben wurden, für die Aufgaben in dieser Inkarnation nutzbar zu machen. Ein weiteres Kapitel des Nadi-Readings ist der gesundheitlichen Verfassung des Klienten sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht gewidmet. Hier werden auch die Gegenmittel (etwa bestimmte Meditationsund Yoga-Techniken oder Medizin des Ayurveda) zur Behebung bestehender oder künftig auftretender gesundheitlicher Probleme genannt. Danach wird noch einmal gesondert die Thematik Partnerschaft und Familie mit allen positiven und auch weniger günstigen Aspekten besprochen. Zum Abschluß des Nadi-Readings erhält jeder Klient sein ganz persönliches Mantra, welches er immer dann sprechen soll, wenn er in Situationen gerät, welche die ganze Kraft der Persönlichkeit erfordern.

Die Texte meiner Palmblätter in den Bibliotheken von Madras und Bangalore stimmten in ihrem Aussagen nicht nur überein, sondern korrespondierten in dem Sinn miteinander, daß die Aussagen des Nadi-Readings in Bangalore jene von Madras ergänzten und umgekehrt. Die Palmblattbibliothek von Bangalore befindet sich schon geraume Zeit im Besitz der Familie Sachidananda. In ihrem Ursprung soll sie jedoch auf den Rishi Baghawan Sri Shuka Maharshi zurückgehen. Die Tätigkeit des Nadi-Readers in Bangalore übte zunächst der Vater Gunjur Sachidanandas aus, nach dessen Tod sein älterer Bruder Ramakrishna und nunmehr Gunjur Sachidananda selbst.

Natürlich bat ich auch in dieser Bibliothek um mein Palmblatt, leider aber ohne Erfolg. Gunjur Sachidananda erklärte mir, daß es nicht üblich sei, Besuchern ihre ganz persönlichen Palmblätter mitzugeben, da die Texte in den Manuskripten fortlaufend über mehrere Palmblätter geschrieben sind. Bei der Entfernung von Blättern ginge somit auch ein Teil von Informationen verloren, die für andere Klienten bestimmt sind. So blieben mir nur einige Fotos der Palmblätter, wobei ich feststellen konnte, daß auf diesen Blättern teilweise weniger Schriftzeichen eingeritzt waren als auf den Palmblättern aus Madras. Sämtliche Manuskripte in der Palmblattbibliothek von Bangalore sind in der alten Hochsprache Sanskrit abgefasst. Dies mag auch der Grund für die verschiedenen Formen der Beschriftung der Palmblätter sein.

Auf meiner zweiten Indienreise im Jahr 1995 suchte ich auch noch die weniger bekannte Palmblattbibliothek von Mr. Balasubramaniam in der heiligen Tempelstadt Kanchipuram auf. Der Meister selbst weilte nicht in der Stadt, seine Assistenten wußten aber nicht nur von der interessanten Geschichte der Palmblattbibliotheken Südindiens zu berichten, sondern waren auch gern bereit, ein Nadi-Reading für mich abzuhalten.

Die Palmblattbibliothek von Kanchipuram gehört wohl zu den ältesten ihrer Art und wird traditionell geführt. Die künftigen Nadi-Reader leben und arbeiten wie Familienmitglieder im Hause des Meisters, und werden von diesem im Lauf von mehreren Jahrzehnten in der Kunst des Nadi-Readings unterwiesen. Fühlt der Meister seinen Tod nahen, so bestimmt er einen Nachfolger,welcher die Leitung der Bibliothek und die weitere Ausbildung der übrigen Schüler unternimmt. Mein Nadi-Reader berichtete, daß er schon mehr als ein Dutzend Jahre bei Mr. Balasubramaniam lebt. Seit acht Jahren praktiziert er das Lesen der Palmblätter selbst, anfangs noch im Beisein und unter Anleitung des Meisters, inzwischen arbeitet er selbständig. Dennoch ist die Interpretation der alten Texte ein ständiger Lernprozeß, nicht nur für den Ratsuchenden, der hier Auskunft über sein Schicksal erhält, sondern auch für den Nadi-Reader, der seine Fähigkeiten von Reading zu Reading ständig vervollkommnet, um einst die Meisterschaft und damit auch Moksha (Erlösung vom Kreislauf aus Geburt und Tod) erlangen zu können.

Die Kunst des Nadi-Reading ist bereits seit Jahrtausenden fest in die Hindu-Religion integriert. So waren die Palmblätter in Kanchipuram, welche Auskunft über mein Schicksal gaben, etwa 700 Jahre alt. Die Bibliothek selbst soll noch älter sein. Eine genaue Jahreszahl erfuhr ich nicht, jedoch versicherte man mir, die Bibliothek sei mindestens so alt wie der Vishnu geweihte Vaikunthanatha- Tempel in Kanchipuram. Dieser Tempel wurde bereits um das Jahr 800 n. Chr. fertiggestellt. Als Zentrum der Kunst des Shuka-Nadi galt ursprünglich die alte Stadt Trichy. Dort soll der Rishi Agasthya, welcher auch als Bringer der tamilischen Sprache gilt, mittels einer eigens dafür geschaffenen Schrift die Urtexte jener Palmblätter angefertigt haben, deren Kopien noch heute in Kanchipuram für die Ratsuchenden bereitliegen. Mr. Balasubramaniams Assistent versicherte mir, daß heute in der Bibliothek die Lebensläufe von etwa 500.000 Menschen aufbewahrt werden.

Im Lauf der Jahrhunderte verlagerte sich das Zentrum des Shuka-Nadi von Trichy nach Tanjavur, da sich dieser Ort mehr und mehr zum spirituellen Zentrum der Region entwickelte. So wird auch das Nadi-Reading in Kanchipuram in der Tradition des Shuka-Nadi von Tanjavur abgehalten. Zum Auffinden des persönlichen Palmblattes werden in Kanchipuram der erste Buchstabe des Vornamens, das Geburtsdatum und der Abdruck des rechten Daumens des Klienten benötigt. Das Auffinden des Palmblattes gestaltet sich dann etwas zeitaufwendig. Es geschieht in einer Art von Frage-und-Antwort-Spiel mit dem Klienten. Dies bedeutet, daß der Nadi-Reader verschiedene Palmblätter anliest, und sich dann durch Rückfragen vergewissert, ob die angegebenen Daten, die sich sämtlich auf die Vergangenheit und die momentanen Lebensumstände des Ratsuchenden beziehen, mit der Realität übereinstimmen. Dabei geht es vor allem darum, die Namen der Eltern des Klienten und ihr Alter zum Zeitpunkt des Nadi-Readings zu verifizieren. Ist dies geschehen, so schreibt der Nadi-Reader den Text des Palmblattes in ein speziell dafür vorgesehenes Heft. Anschließend wird das Geschriebene laut vorgelesen und auf Kassette aufgezeichnet. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, daß in der Palmblattbibliothek von Kanchipuram ausschließlich Tamil gesprochen wird. Der ausländische Klient muß sich also vor seinem Besuch einen Dolmetscher besorgen, der zumindest die Übersetzung der Texte ins Englische besorgt. Auch die Aussagen der Palmblätter in Kanchipuram waren sehr exakt und stimmten mit denen aus Madras und Bangalore überein - wobei natürlich nicht eine buchstäbliche, sondern eine sinngemäße Identität gemeint ist.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Bibliotheken sind in Kanchipuram mehrere - um genau zu sein, insgesamt 16 - Nadi-Readings möglich. Während der ersten Lesung erhält der Klient einen Gesamtüberblick über sein bisheriges und zukünftiges Leben bis hin zum Zeitpunkt des Todes. In den folgenden "Kapiteln“ wird dann detailliert auf einzelne Lebensbereiche - so etwa auf Ausbildung, Beruf, Karriere oder auf Liebe, Partnerschaft und Familie sowie auf die geistige und spirituelle Entwicklung eingegangen. So unterschiedlich die in den einzelnen Bibliotheken praktizierten Rituale zum Auffinden der einzelnen Palmblätter auch immer sein mögen - inhaltlich sind die Lebensläufe äußerst präzise. Dies wird durch die Verwendung exakter kalendarischer Daten erreicht. Insofern ist das Nadi-Reading weit mehr als nur ein Horoskop, denn dieses enthält in der Regel nur diffuse und interpretationsbedürftige Vorhersagen. Das Nadi-Reading hingegen besticht durch die Exaktheit seiner Aussagen.

Soweit meine nächste Zukunft betroffen war, welche nunmehr bereits Vergangenheit ist, konnte ich feststellen, das all das, was mir das Palmblattorakel vorausgesagt hatte, auch eintraf. Es war von einer bedeutenden Veränderung in meinem Leben die Rede gewesen, einer Hinwendung zu geistigen Werten, und der Möglichkeit, meine Leidenschaft - das „magische Reisen“ - zum Beruf zu machen. All dies war mir vorausgesagt, und dennoch war ich wohl am überraschtesten von allen, als es einfach geschah, denn Voraussagen zu hören und ihnen zu glauben, das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Doch gerade dies ist wohl Sinn und Zweck der Palmblattbibliotheken - nämlich bestimmten Menschen zu bestimmten Zeiten die Aufgaben zu zeigen, welche sie in ihrem Leben erfüllen sollen.

Dies beinhaltet jedoch auch die Vorbereitung auf Ereignisse, die von den Betroffenen als schmerzlich empfunden werden. So wurde mir beispielweise auch der Tod meines Großvaters im Oktober des Jahres 1996 präzise vorausgesagt.

In den Bibliotheken werden jedoch nicht nur Voraussagen über die individuellen Schicksale verschiedener Menschen aufbewahrt. Es existieren auch zahlreiche Palmblattmanuskripte, deren Inhalt sich mit künftigen gesellschaftlichen, technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen beschäftigt. Diese Manuskripte werden von den Palmblattlesern allerdings äußerst selten zu Rate gezogen - nur dann, wenn das persönliche Schicksal eines Klienten unmittelbar mit diesen globalen Entwicklungen verknüpft zu sein scheint, wie es bei Erfindern neuer Technologien oder auch bei hochrangigen Politikern der Fall sein kann. Zwar ist die allgegenwärtige Sehnsucht der Menschen, verläßliche Aussagen über die Zukunft unseres Planeten zu erhalten und von den Sorgen weltumspannender Kriege oder Naturkatastrophen erlöst zu werden, gerade in der momentanen Situation nur all zu verständlich, doch sollte jeder bedenken, daß eine positive Wandlung im Außen erst dann geschehen kann, wenn eine positive Wandlung im Innen bereits stattgefunden hat. Nur wenn jeder Einzelne in seinem Leben all die Tugenden lebt, die er im Weltgeschehen so sehr zu vermissen glaubt und durch sein persönliches Beispiel dafür sorgt, daß seine Mitmenschen diese Tugenden ebenfalls lebenswert finden, dann - und nur dann - wird künftig wirklich Frieden herrschen auf diesem Planeten.

Durch einige besondere Umstände ist es mir gelungen, in den Besitz mehrerer Palmblattmanuskripte von jeweils mehr als 100 doppelseitig beschriebenen Blättern zu gelangen, von denen sich zwei mit der Zukunft Europas befassen. Diese Palmblattbücher stammen aus dem Nachlaß eines im November 1998 verstorbenen Pandits - eines Schriftgelehrten - der diese Welt ohne einen Schüler oder Nachfolger verließ. Er hatte bis ins hohe Alter hinein als Astrologe und Handleser in seinem Heimatdorf Kadambodhi Village in der Nähe von Mahabalipuram gewirkt. Von den Palmblattmanuskripten, die sich in seinem Besitz befanden, machte er keinen Gebrauch, da diese nicht individuelle Schicksale, sondern globale Voraussagen beinhalteten. Nach dem Tod des Pandit übernahm ein indischer Antiquar die Sammlung der Palmblattbücher, da diese ansonsten dem Verfall preisgegeben worden wäre.

Man sollte sich immer vor Augen halten, daß die einstige Hochsprache Alt-Tamil heute von den meisten Indern ebenso wenig verstanden wird wie Sanskrit. Für die Familie des Pandit waren die Palmblattmanuskripte wertlos. Erst durch die Hilfe des Antiquars war es mir möglich, die entsprechenden Palmblattbücher nach Deutschland zu bringen und sie hier einer wissenschaftlichen Erforschung zugänglich zu machen. Für die inhaltliche Analyse der Manuskripte konnte Frau Dr. Nicklas vom Institut für Indologie und Tamilistik der Universität Köln gewonnen werden. Allerdings wird aufgund der sehr umfangreichen Texte und ihrer komplizierten Struktur eine Inhaltsübersicht der Manuskripte nicht vor Mitte des kommenden Jahres zu erwarten sein. Die vollständige und detaillierte Translation auch nur eines Manuskriptes bietet nach Aussage von Frau Dr. Nicklas genügend Arbeit für ein zehnjähriges (!) Forschungsprojekt. Dies ist durch den Aufbau der alt-tamilischen Texte bedingt, die mit einem Minimum von Schriftzeichen ein Maximum an Information zu transportieren imstande sind.

Im Jahr 1999 dann besuchte ich eine weitere, bereits aus diversen Publikationen bekanntePalmblattbibliothek in einem Ort mit dem schier unaussprechlichen Namen Vaithisvarankoil südlich von Chidambaram. Dort erwartete mich eine handfeste Überraschung. Statt der einen Palmblattbibliothek des Nadi-Readers Poosamuthu fand ich in der Kleinstadt mehr als ein Dutzend „Bibliotheken“ vor. In Anbetracht der Überlieferung der Existenz von lediglich zwölf Palmblattbibliotheken war dies ziemlich verwunderlich. Einige Gespräche mit den Palmblattlesern von Vaithisvarankoil sorgten jedoch für eine rasche Aufklärung. Die Bibliotheken von Vaithisvarankoil sind ebenso wie die Palmblattbibliothek von Kanchipuram Überbleibsel der gewaltigen Bibliothek der Radschas von Tanjavur, die im 18. Jahrhundert mehr als 3.000 Palmblattmanuskripte umfaßte. Diese Bücher enthielten nicht nur Voraussagen für die Zukunft, sondern sollen alle damals bekannten Wissenschaftszweige umfaßt haben. n der Mitte des 18. Jahrhunderts beteiligten sich die Radschas von Tanjavur an dem Aufstand von Hyder Ali und Tipu Sultan gegen die britische Fremdherrschaft. Die Rebellion wurde von den Kolonialherren niedergeschlagen, und die Radschas von Tanjavur verloren ihr kleines Reich nach dem Scheitern des Aufstandes endgültig an die Briten. Unter den erbeuteten Gütern befand sich auch die Bibliothek der Radschas. Da die Engländer mit denen in einer für sie unverständlichen Sprache geschriebenen Palmblattmanuskripten nichts anzufangen vermochten, verkauften sie diese an eine Familie von Pandits. Die Nachkommen dieser Familie von Schriftgelehrten bewahrten die Bibliothek und verwenden einen Teil der Manuskripte bis heute für das Nadi-Reading.

Andere Manuskripte, welche historische oder naturwissenschaftliche Themen zum Inhalt haben, werden hingegen nicht mehr genutzt, aber dennoch aufbewahrt. Inzwischen sollen Mitglieder von mehr als zwanzig Familien in Vaithisvarankoil, Tanjavur und Kanchipuram im Besitz von Manuskripten aus der Bibliothek der Radschas von Tanjavur sein. Diese breite Streuung der Palmblattmanuskripte erklärt auch, warum nicht jeder Klient in jeder Bibliothek sein persönliches Palmblatt finden kann. Natürlich stellt sich früher oder später unweigerlich die Frage nach dem Zweck dieser Archive. Wozu schrieben Brighu, Kakabujendra, Sri Shuka Maharshi, Agasthya und die anderen Rishis die Lebensläufe all dieser Menschen nieder?

Gemäß der Aussagen der Nadi-Reader wurden die Palmblattbibliotheken geschaffen, um das Schicksal bestimmter Menschen zu bestimmten Zeiten besser gestalten zu können - dies bedeutet allerdings nicht, daß sich das vorgezeichnete Schicksal (sofern man dies akzeptiert) eines Menschen vollständig abwenden läßt, sondern nur, daß es mit den richtigen Informationen und dem daraus resultierenden Verhalten günstiger gestaltet werden kann. Wenn wir die richtige Betrachtungsweise wählen, ist dieses Mysterium eigentlich ganz einfach zu erklären: Die lineare Zeit, in der wir Menschen hier und heute zu leben glauben, ist in Wahrheit nur eine Illusion. In der „absoluten Realität“ des Universums existiert „alles“ - unabhängig davon, ob wir es „Vergangenheit“, „Gegenwart“ oder „Zukunft“ nennen - immer im Moment des ewigen „Jetzt“. Deshalb geschieht auch alles „jetzt“, und jede Information ist demzufolge von dieser Ebene aus auch jederzeit abrufbar.

Die rätselhaften Weisen der uralten indischen Legenden, die „Rishis“, verfügten über die Fähigkeit, diese Sichtweise zu nutzen und den Menschen damit eine wertvolle Hilfestellung für ihren Lebensweg zu geben. Als die Menschen jedoch immer tiefer in der materiellen Welt versanken, vergaßen sie die Ratschläge und Taten der Rishis, und betrachteten sie schließlich sogar als ihre Feinde. Deshalb zogen sich die Rishis vor langer Zeit in die reinen Länder Shambhala und Agartha zurück, zu denen gewöhnlichen Sterblichen der Zugang verwehrt ist. Bevor die Rishis aber diese Welt verließen, hinterließen sie uns und allen zukünftigen Generationen die Aufzeichnungen auf Palmblättern, um jene Menschen, die nach der Wahrheit und dem rechten Weg suchen, zu begleiten und ihnen zu einem glücklicheren und erfüllteren Leben verhelfen zu können.

Doch wer waren die Rishis eigentlich? Hellsichtige Menschen, Halbgötter oder gar Wesen, deren Heimat nicht die Erde, sondern das Universum ist? Vielleicht werden wir auch diese Fragen eines Tages beantworten können. Wirkliches Nadi-Reading - wie von Mr. Ramani in Madras, Gunjur Sachidananda in Bangalore oder Mr. Balasubramaniam und seinen Assistenten in Kanchipuram betrieben - existiert immer noch, wenn auch diese Fähigkeit in Anbetracht der momentan von einigen Palmblattlesern betriebenen Kommerzialisierung der Lesungen möglicherweise nach und nach verloren gehen wird. Dennoch ist der Einfluß, den die Existenz der Palmblattbibliotheken auf unser Weltbild auszuüben vermag, nicht zu unterschätzen. Wenn es möglich ist, daß jemand vor fast 7.000 Jahren voraussehen konnte, daß ich im August 1993 und im Juli 1995 nach Indien reisen und in ganz bestimmten Palmblattbibliotheken nach meinem Schicksal fragen würde; wenn dieser Jemand meinen Lebenslauf bereits damals im Detail kannte, dann müssen wir wohl unsere gängige Vorstellung vom Begriff "Zeit" vollständig revidieren. Dann gäbe es in der Tat kein Gestern, kein Heute und kein Morgen, dann sind Vergangenheit und Zukunft eins. Dann wäre die "Gleichzeitigkeit" von Ereignissen und Prozessen das beherrschende Prinzip des Universums.

Possendorf, 2001
Thomas Ritter

Verwendete Literatur

  • Arz, Wilfried, Palmblattbibliotheken in Südindien, in DAO Heft 2/98, S. 20 ff., DAO Zeitschriften, Verlag, Hamburg, 1998
  • Buttlar, Johannes von, Gottes Würfel, Herbig Verlag, München, 1992
  • Childress, David Hatcher, Lost Cities of China, Central Asia and India, Adventures unlimited, Stelle, IL 60919 USA, 1991
  • Childress, David Hatcher, Lost Cities of Ancient Lemuria & the Pacific, Adventures unlimited, Stelle, IL 60919 USA, 1987
  • Frankenberg, Peter, Spuren im Weltgedächtnis, in VISIONEN, Heft 01/97, S. 49 ff., Sandila Verlag, Herrischried, 1997
  • Finlay, Huge & Kollegen, Indien-Handbuch, 5. Auflage, Gisela E. Walther Verlag, Bremen, 1997
  • Krack, Rainer, Hindi für Globetrotter, Kauderwelsch-Sprachreiseführer Bd. 17, 3. Auflage, Peter Rump Verlag, Bielefeld, 1991
  • Krack, Rainer, India obscura, Peter Rump Verlag, Bielefeld, 1986
  • Krassa, Peter, Habeck, Reinhard, Die Palmblattbibliothek & und andere geheimnisvolle Schauplätzedieser Welt, Herbig Verlag, München, 1993
  • Lippert Helga & Kollegen, Das Mysterium des Shiva, in Gottfried Kirchner (Hrsg.) TERRA X - Von Atlantis zum Dach der Welt, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach, 1988
  • Rausch, Barbara, Meyer, Peter, Indien – Nepal, 7. aktualisierte und verbesserte Auflage, Barbara Rausch Verlag, Wetzlar, 1992
  • Ritter, Annett & Ritter, Thomas, Dem Schicksal auf der Spur - Das Geheimnis der Palmblattbibliotheken, CTT Verlag, Suhl, 1997
  • Rohr, Wulfing von, Es steht geschrieben..., Ariston – Verlag, Genf / München, 1994
  • Schweia, Horst, Muruganandam, K., Tamil für Globetrotter, Kauderwelsch-Sprachreiseführer Bd. 39, 2. Auflage, Peter Rump Verlag, Bielefeld, 1993
  • York, Ute, Eine Reise zu den indischen Palmblattbibliotheken, Reihe Esoterik, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, 1995
  • Waterstone, Richard, Living Wisdom India, Duncan Baird Publishers, London, 1995
  • Weiterhin fanden meine privaten Aufzeichnungen über die Reisen im August 1993 und Juli / August
    1995 Eingang in dieses Buch.

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